Manchmal fangen Geschichten nicht mit einer Idee an, sondern mit einem Gefühl.
Bei mir war es so.
Ich war gerade 15 Jahre alt geworden, lag im Krankenhaus und hatte plötzlich viel zu viel Zeit zum Nachdenken. Zwischen weißen Wänden, leisen Geräten und dem ständigen Warten begann sich in meinem Kopf etwas zu bewegen. Ich sah erste Bilder, noch keine klaren Figuren, aber es formten sich schon Orte, einfache Szenen, Fetzen, Emotionen….
Ich wusste nicht, dass daraus einmal ein Buch werden würde. Damals hatte ich nicht einmal Namen. Nur eine vage Vorstellung von einer Geschichte, die ich irgendwoher zu kennen schien.
Der Mann, den ich später als Caedin kennenlernte, hieß in meinem Kopf damals „Benny“. Ich gebe es zu: nach meinem damaligen Schwarm. 🙈
Es war also mehr Teenager-Tagtraum als epischer Fantasyroman – aber irgendetwas daran blieb.
Klar träumte ich schon damals eine Autorin zu werden, aber es blieb beim Traum. „Lern was anständiges“ hatte man mir gesagt. Tja so lernte ich halt das Büro, wie fast alle Mädels damals.
Über die Jahre habe ich vieles vergessen, doch die Welt, die sich damals in meinem Kopf bildete, ließ mich nie ganz los.
Manchmal kam sie zurück, wenn ich ein bestimmtes Lied hörte, oder einen bestimmten Geruch. Noch immer löst Desinfektionsmittel etwas in mir aus. Oder wenn ich an einem bestimmten Schaufenster vorbei gehe. In dem Schaufenster damals waren eigentlich nur Schreib- und Bürobedarfsartikel. Nichts besonderes. Doch überlegte ich mir damals, was ich alles brauchen würde um ein Buch zu schreiben. Büromaterial schenkt mir Beruhigung. Keine Ahnung warum.
Noch immer ist es so, mitten im Alltag – ein Gedanke, ein Satz, eine Szene, die mir durch den Kopf Schiesst und mich nicht mehr loslässt.
Aufgeschrieben habe ich das alles damals natürlich nicht richtig.
Also – ein bisschen schon. In ein altes Schulheft aus der Realschulzeit.
Krakelig, halb in Schönschrift, halb in Gekritzel.
Das Heft habe ich tatsächlich noch – irgendwo zwischen alten Notizen, Gedichten und peinlichen Zeichnungen. Und jedes Mal, wenn ich es wiederfinde, muss ich lächeln.
Jahrelang war diese Fantasy-Geschichte einfach nur in meinem Kopf. Wie etwas, das auf mich wartete.
Erst letzten Frühling, ich glaube, es war im April, habe ich mich endlich getraut, sie wirklich zu schreiben. Oder besser gesagt: sie rauszulassen.
Tagelang saß ich am Laptop, tippte wie im Rausch, fast so, als würde die Geschichte mich schreiben, nicht umgekehrt. Ich konnte anfangs nur grobe Szenen skizzieren, Dialoge festhalten, Gefühle notieren – keine Struktur, keine Ordnung, einfach pure Energie.
Aber das war der Anfang.
Nach all den Jahren war sie endlich da – auf Papier (naja, auf dem Bildschirm).
Elenya. Caedin. Das Licht. Das Dunkel. Die Welt, die schon so lange irgendwo in mir gewohnt hatte.
Und jedes Mal, wenn ich jetzt an diese Zeit zurückdenke, bin ich ein bisschen dankbar für das Mädchen von damals – fünfzehn, gelangweilt, verletzt, träumend – das die Geschichte schon kannte, lange bevor ich wusste, dass ich Autorin werden würde.
Aber wie aus diesen ersten Skizzen eine ganze Welt wurde – das erzähle ich euch in einem anderen Beitrag






