Velkran, abgestorben, ausgedörrt

Velkran – das Reich ohne Sonne

Velkran ist ein karges, vom Licht verlassenes Reich, das kaum kleiner ist als Lysareth – und dennoch sein völliges Gegenteil darstellt. Während im Westen Wälder rauschen und Städte aus Licht erblühen, breiten sich hier verbrannte Erde, graue Felsen und verkrümmte Wurzeln aus. Kein Vogel singt, und auch kein Grün durchbricht die trostlose Weite. Stattdessen liegt ein feiner Staub über allem, der sich wie ein Schleier auf das Land legt.

Ewige Dämmerung

Auch der Himmel trägt zu dieser bedrückenden Atmosphäre bei. Er ist keine offene Weite mehr, sondern wirkt wie eine reglose, aschgraue Decke, die sich schwer über Velkran spannt. Dadurch verlieren selbst Zeit und Rhythmus ihre Bedeutung. Es gibt weder einen echten Tag noch eine wirkliche Nacht – nur ein gleichmäßiges Dämmerlicht, das nur manches Mal etwas heller erscheint oder etwas dunkler. Manch einer würde das Tag und Nacht nennen.

Der Strategarch von Velkran

Seit über zweihundert Jahren steht Velkran unter der Herrschaft des Strategarchen. Anfangs trat er als Beschützer auf, doch im Laufe der Zeit wurde aus diesem Versprechen eine allumfassende Kontrolle. Das Reich wurde erweitert und gefestigt, allerdings nicht durch Wachstum oder Wohlstand, sondern durch Macht und Unterwerfung. Deshalb ist Gehorsam heute kein Wert mehr, sondern eine Voraussetzung zum Überleben. Zudem halten sich hartnäckig Gerüchte, dass seine Stärke nicht allein menschlichen Ursprungs ist – doch darüber spricht man nur hinter vorgehaltener Hand.

Velkrans Hauptstadt Valkareth

Hauptstadt Valkareth 

Im Zentrum dieser Macht liegt Valkareth, die Hauptstadt Velkrans, am Rand des Obsidiangebirges. Dort prägt schwarzer Stein das gesamte Stadtbild und verleiht allem eine kalte, unnachgiebige Wirkung. Besonders die Thronfeste Drak’Aran ragt hervor, da sie teilweise direkt aus dem Obsidiansteingebirge zu wachsen scheint.

Die Schlucht

Zwischen Velkran und Lysareth erstreckt sich eine gewaltige Schlucht, die beide Reiche voneinander trennt. Nur wenige alte Brücken führen darüber hinweg, und jede Überquerung ist mit Risiko verbunden. Denn der Abgrund darunter ist nicht nur tief, sondern wirkt beinahe endlos. Wer ihn überquert, betritt daher nicht nur ein anderes Land, sondern lässt auch ein Stück Sicherheit hinter sich.

Die Bewohner von Velkran

Auch die Menschen Velkrans spiegeln die Härte ihres Landes wider. Sie gelten als furchtlose Krieger, und tatsächlich sind sie stark und unnachgiebig. Dennoch wirkt ihre Entschlossenheit oft ungewöhnlich kühl. Viele von ihnen scheinen verändert – als hätten sie im Laufe der Zeit einen Teil ihrer selbst verloren. Deshalb kämpfen sie ohne Zögern, ohne Zweifel und auch ohne das, was andere als Gewissen bezeichnen würden.