Nyareth sind Schattenwesen

Die Nyareth von Nýrdômm

Im äußersten Norden des Kontinents, jenseits der endlosen Schlucht, liegt das geheimnisvolle Land Nýrdômm, Heimat der Nyareth. Dieses schmale, aber langgestreckte Reich zieht sich entlang der gesamten Nordgrenze von Lysareth und Velkran. Gleichzeitig ist es eines der unzugänglichsten Gebiete der bekannten Welt.

Eingekesselt von den höchsten Bergen des Kontinents liegt hier ein gewaltiger Canyon, so tief, dass niemals Sonnenlicht seinen Boden erreicht. Dadurch herrscht in Nýrdômm ein ewiges Zwielicht, in dem Schatten länger leben als alles andere.

Allerdings führen nur zwei Wege in dieses Land: entweder über die gefährliche endlose Schlucht oder über einen weiten, beschwerlichen Umweg durch die brennende Wüste Skarzul.

Die Sprache der Nyareth

Die Sprache der Nyareth ist kaum hörbar. Sie wird nicht wirklich gesprochen, sondern eher gehaucht – ein Flüstern, das im Dunkel fast verloren geht.

Untereinander kommunizieren sie jedoch meist telepathisch. Dadurch können ganze Gespräche stattfinden, ohne dass auch nur ein Laut zu hören ist. Dennoch sind die Nyareth fähig, die Sprachen anderer Völker nachzuahmen, wenn sie es wünschen. Aber alles eben nur gehaucht.

/ˈaʃa/

Wesen aus Schatten

Die Nyareth sind geheimnisvolle Wesen, die sich aus Schatten formen. Dennoch sind sie nicht vollständig körperlich. Vielmehr bestehen sie aus einer Art verdichtetem Nebel, die nur in der Abwesenheit von Licht stabil bleibt. Deshalb können sie sich nicht im Sonnenlicht manifestieren. Folglich bewegen sie sich hauptsächlich in Nýrdômm oder im dauerhaft verdunkelten Nachbar-Land Velkran.

Noch vor einigen Jahrhunderten hatte kein sterbliches Volk die Nyareth je gesehen. Damals existierten sie lediglich als körperlose, zeitlose Wesen in der Dunkelheit.

Der Dämmerfürst Shhh’Kha

Die Nyareth werden vom Dämmerfürsten Shhh’Kha geführt – einem Wesen, dessen Name für andere Völker kaum aussprechbar ist. Schon der Versuch, ihn laut zu formen, zeigt, dass die Sprache der Nyareth nicht für menschliche Kehlen geschaffen wurde.

Für fremde Ohren klingt er wie ein gehauchtes „Aschah“, bei dem das „sch“ ungewöhnlich lange gezogen wird, während das „k“ unhörbar bleibt. Deshalb gelingt es Menschen selten, diesen Namen korrekt auszusprechen. Stattdessen entstehen unbeholfene Annäherungen:

Schaka“ – eine harte, abgehackte Form. Unter Nyareth gilt sie beinahe als Beleidigung und bedeutet sinngemäß „der, der Luft verschwendet“.

Schka“ – ein verkürzter Laut, der übersetzt etwa „ohne Tiefe“ bedeutet.

Shikara“ – eine menschliche Verniedlichung, die unter den Schattenwesen als respektlos gilt.

Für die Nyareth ist ein Name jedoch mehr als nur ein Laut. Er trägt Resonanz, Erinnerung und Macht. Wird er falsch gesprochen, verliert er seine Bedeutung – und damit auch den Respekt, der ihm gebührt.

die Nyareth sind Schattenwesen

Über Shhh’Kha selbst ist nur wenig bekannt. Dennoch gilt er als das älteste und mächtigste Wesen seines Volkes.

Lange Zeit existierten die Nyareth lediglich als körperlose, zeitlose Wesen im Dunkel zwischen den Welten. Erst vor einigen Jahrhunderten begann sich etwas zu verändern. In alten Überlieferungen wird angedeutet, dass damals ein vergessenes Buch in den südlichen Reichen auftauchte – ein Werk, das von seltsamer Magie sprach und dessen Ursprung nie vollständig geklärt wurde. Kurz darauf geschah etwas, das zuvor unmöglich gewesen war: Die Nyareth begannen, sich als Schattenwesen in der Welt zu formen.

Ob diese Ereignisse miteinander verbunden sind, bleibt ungewiss. Die Nyareth selbst sprechen nie darüber.

Leben in der Stille

Die Nyareth leben bewusst abgeschieden, fern von Licht, Lärm und den Reichen der anderen Völker. Stattdessen verehren sie Stille, Dunkelheit und das Unsichtbare.

Da ihre Körper selbst aus Schatten bestehen, können sie durch gewöhnliche Wände hindurchsehen. Allerdings bildet festes Gestein eine Grenze für ihre Wahrnehmung – besonders Obsidian blockiert ihre Sicht vollständig.

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