Ein Tag in meinem Leben mit Familie, Katzen und Chaos

„Wie sieht denn so ein Tag bei dir aus?“

Diese Frage höre ich ständig – als wäre das Leben einer Autorin eine Mischung aus Schreibrausch, Teekränzchen und dramatischen Sonnenuntergängen. Die Realität? Irgendwo zwischen Müslischüssel, Katzen auf der Tastatur und einem PC, der mehr Geduld braucht als ich.

Aber gut. Wenn ihr unbedingt mitlesen wollt – hier ist er. Mein ganz normal-verrückter Autorinnentag.

LEBEN IN DEN BERGEN

5:30 Uhr:
Der Tag beginnt mit dem melodischen Miauen meiner Katzen – begleitet vom „Ich hab Hunger!“-Chor meiner Kinder. Mein Mann murmelt was von Kaffee und verzieht sich stundenlang auf die Toilette. Ich bin wach. Manchmal stehe ich eine Stunde früher auf, nur um morgens mal etwas Ruhe zu haben.

6:00 Uhr:
Frühstückszeit! Ich jongliere Brote, Müslischüsseln und verlorene Socken. Nebenher noch Brote für die Schule schmieren, Äpfel schnippeln und Katzen füttern. Während die Milch verschüttet wird und die Katze den heraushüpfenden Toast schnappt, denke ich: Irgendwann schreib ich das alles in ein Buch. Vielleicht ein Horrorroman.

7:30 Uhr:
Alle sind versorgt – Kinder in der Schule, Mann bei der Arbeit, Katzen schnarchen auf dem Sofa. Ich sitze am PC, bereit zu schreiben. Also… erstmal zehn Tabs öffnen, drei Artikel lesen und ein Fantasy-Forum durchstöbern. Weiter gehts mit Social Media checken und beantworten von Mails. Die Figuren in meinem Kopf werden ungeduldig. Also lasse ich sie los. Sie kämpfen, flirten, lügen, retten Welten – während ich in Jogginghose tippe und mich frage, wann ich zuletzt die Haare gewaschen habe.

11:30 Uhr:
Mittagessen! Verdammt, schon wieder fast vergessen. Was kann man denn schnell zaubern? Nudeln? Oder Pizza? Oder Reste? Schnell im Garten das Gemüse erlegen, der Pflück-Salat sah eh schon so aus, als ob er abgeschlachtet werden müsste. Die Kinder freuen sich, die Katzen wollen auch was, mein Mann fragt, ob das ein neues Rezept ist.

13:00 Uhr:
Familienzeit. Wir kuscheln auf dem Sofa: drei Kinder, zwei Katzen, der Mann und eine Autorin. Ich bin das Polster. Einer fragt, ob Drachen wirklich pupsen können. Ich notiere es für später.

15:00 Uhr:
Kaffeezeit. Starker Kaffee. Wenn ich Glück habe, hat jemand was Süßes für meine Nerven. Danach entweder wieder Schreiben (wenn die Muse wach ist) oder Spielen mit den Kindern (wenn die Muse bockig ist).

18:00 Uhr:
Abendessen. Diskussionen am Tisch: Warum darf die Katze in den Katzenbaum liegen, aber ich nicht? Wer hat in der Geschichte gelogen und warum? Mein Mann fragt, ob der Bösewicht nicht zu nett ist. Ich überlege, ihn als Vorlage zu nehmen. Rein literarisch, natürlich.

20:00 Uhr:
Tagwerk getan. Kinder im Bett. Figuren weiter entwickelt, Abenteuer erlebt, Kindersocken sortiert, Wäsche gewaschen aber vergessen. Ich bin müde. Morgen geht’s weiter. Aber jetzt wartet noch der Haushalt.

Die besten Ideen schleichen sich nicht am Schreibtisch heran – sie flüstern nachts, wenn alles still ist. Irgendwo zwischen Traum und Dämmerschlaf öffnet sich ein Spalt, aus dem ein Satz, eine Szene oder ein romantischer Kuss ins Wachsein tropft. Dann heißt es: raus aus dem Bett, vorbei an schlafenden Katzen, und hinein ins Büro, wo ich halbnackt und halbwach einen Satz kritzle, der mir am nächsten Morgen wie ein Orakel erscheint. Oder wie wirres Hexengebrabbel. Beides kommt vor.

Na? So anders als bei Euch?

Am Ende des Tages bin ich meist müder als die Katzen, aber ein paar Seiten weiter in der Geschichte – und das zählt.

Autorin zu sein heißt nicht, ständig inspiriert zu sein. Es heißt, sich auch dann hinzusetzen, wenn das Leben schreit: „Nicht jetzt!“

Und manchmal – ganz manchmal – antwortet die Geschichte: „Doch. Genau jetzt.“

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Ich bin Maya

Autorin von Fantasy- und Science-Fiction-Geschichten voller Magie, Intrigen und Herzschlag. Meine Figuren sind selten makellos – und genau das macht sie lebendig. Wenn ich nicht schreibe, teile ich mir den Schreibtisch mit einer neugierigen Katze und einer endlosen Liste neuer Ideen. Und über einiges davon schreibe ich hier

Connections sind alles