Um Euch einen kleinen Ausblick auf den Fantasy-Roman zu geben, den ich gerade schreibe, hier ein paar Zeilen zum lesen. Ich hoffe, die Spannung zieht Euch in ihren Bann.
Es hatte aufgehört zu regnen, die Wolken verzogen sich und ein wolkenloser, klarer Sternenhimmel kam zu Vorschein. Eine wunderbare Stille legte sich über alles. Sie sah gerade nach oben und bewundere den Himmel, da knackte etwas hinter ihr.
War das ein Zweig? Was war das? Suchte man sie bereits? Nein, Sie würde nicht zurückgehen! Mit dem Gedanken fuhr Elenya herum und rannte weiter in den Dornenwald. Die Zweige peitschten ihr ins Gesicht. Dornen rissen an ihrer Kleidung, als sie durch das Unterholz hastete, ohne Ziel, ohne Richtung – nur weg von dem Laut, der nicht von einem Tier stammte. Nicht zurücksehen. Nicht stehenbleiben. Der Wald wurde dichter. Die Stämme enger. Das Licht der Sterne verlor sich im Blätterdach. Nur das Keuchen ihres Atems und das Donnern ihres Herzens begleiteten sie.
Sie hielt an und lauschte.
Da war nichts mehr.
Kein Knacken. Kein Rascheln. Kein Wind. NichtsNur Stille.
Eine unnatürliche, lauernde Stille, wie sie nur dort entstand, wo etwas lebte, das nicht leben sollte. Eine böse Vorahnung beschlich Elenya.

Dann hörte sie einen Laut. Tief und Langgezogen. Ein Grollen, das durch die Wurzeln kam, als würde der Boden selbst warnen. Das Knurren ging ihr durch Mark und Bein und lies ihr das Blut in den Adern gefrieren.
Elenya hielt den Atem an. Zitternd tastete Ihre Hand vorsichtig unter die Weste – suchte das Messer, das sie kaum zu halten wusste.
Ganz langsam drehte sie sich um. Ihr Mund war trocken, die Augen weit aufgerissen. Dort war es. Es bewegte sich langsam, schleichend zwischen den Bäumen, wie ein Schatten aus Muskeln und Blut. Ihre Hände begannen noch mehr zu zittern.
Sechs Beine trugen das Monstrum mit einer Lautlosigkeit, die seinem massigen Körper nicht entsprach. Jeder Schritt war fließend, präzise, als hätte es nie gelernt zu stolpern, sein Leib wie ein gefallender Berg, die Haut tiefschwarz, wie aus Obsidian gemeißelt, aber kein Licht brach sich darin. Der breite Schädel trug ein Maul, das sich seltsam spannte. Die Lefzen zogen sich zurück und offenbarten, neben etlichen Reißzähnen, zwei säbelartige Fangzähne – vergilbt, rissig, von zahllosen Kämpfen gezeichnet. Es sah aus wie ein Grinsen, aus einem Alptraum entsprungen.
Das Shar’garai! Wie konnte das sein? Nur Legenden sprachen von diesem Tier. Es heißt, sie seien Relikte aus einer Zeit vor den Elfen – geschaffen aus Magie und verdorben durch Blut. Geräuschlos, bis zum letzten Moment. Und wenn man sie hörte, wäre es schon zu spät, hiess es in den Überlieferungen.
Elenya war erstarrt, ihr Herz schlug, als wollte es aus ihrer Brust springen.
Es sah sie an und knurrte.
Dann – bewegte es sich langsam, schleichend. Kein Sprung, es glitt, wie ein Schatten über Stein. Wie ein Alptraum, der gelernt hatte zu schleichen.
Na?
Neugierig geworden? Wie geht es wohl für Elenya aus? Bleibt gespannt




