Wie eine Szene entsteht

Viele denken, beim Schreiben würde man sich einfach hinsetzen und „die Geschichte erzählen“. Aber so ist es nicht. Zumindest nicht bei mir.

Wenn ich an einer neuen Szene arbeite, sehe ich sie zuerst nur vage – wie durch einen Nebel, aus dem langsam Formen auftauchen. Ich weiß, was passiert, denn ich habe die Handlung schon grob skizziert. Aber wie es genau passiert, das entdecke ich erst beim Schreiben.

Dann versetze ich mich in meine Figuren.
Frage mich:
Was sehen sie in diesem Moment?
Was riechen sie?
Was hören sie?
Welche Stimmung liegt in der Luft?

Ich schließe die Augen und lasse den Ort vor meinem inneren Auge entstehen – das Licht, die Geräusche, den Wind, der durch die Bäume streicht. Dann schreibe ich, was ich wahrnehme. Mal ausführlich, wenn die Umgebung wichtig ist, mal nur angedeutet, wenn sie in den Hintergrund treten darf.

Erst danach frage ich mich:
Wie würde ich mich fühlen, wenn ich dort stünde?
Was würde ich denken in dieser Situation?

Ich versuche, das so zu beschreiben, dass der Leser es nicht nur liest, sondern spürt.
Manchmal gelingt das sofort – dann fließen die Worte, und die Szene steht in wenigen Minuten.
Und manchmal sitze ich da, starre auf den Bildschirm und merke: die Stimmung fehlt. Dann geht gar nichts.

Es gibt Tage, da will eine Szene einfach nicht leben.

Da kann man auch nichts erzwingen, am Besten hilft mir etwas ganz anderes zu tun. Backen, kochen, putzen, etc. auch dann ist meistens nichts.


Aber irgendwann – oft völlig unerwartet (beim meditieren oder kurz vor dem einschlafen) – passiert etwas. Und plötzlich ist sie da – die ganze Szene. Vollständig.
Und ich lese sie später und denke: Ja. Genau so muss es sein.

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Ich bin Maya

Autorin von Fantasy- und Science-Fiction-Geschichten voller Magie, Intrigen und Herzschlag. Meine Figuren sind selten makellos – und genau das macht sie lebendig. Wenn ich nicht schreibe, teile ich mir den Schreibtisch mit einer neugierigen Katze und einer endlosen Liste neuer Ideen. Und über einiges davon schreibe ich hier

Connections sind alles